Zu Retatrutid wird viel diskutiert, selten mit Kontext. Hier stehen zuerst die Grundlagen in geordneter Reihenfolge, danach die praktischen Hinweise.
Diese Seite wurde am 2026-05-15 aktualisiert und wird regelmäßig bei neuen Erkenntnissen überarbeitet.
Mai begab er sich inkognito in die Schweiz, nach Tribschen am Vierwaldstätter See, um dort den aus München verbannten Richard Wagner zu treffen. Wagner und Paul von Thurn und Taxis überzeugten den König, seine Abdankungsabsicht aufzugeben. Im Friedensvertrag nach der Niederlage verpflichtete sich Bayern, eine Kriegsentschädigung von 30 Millionen Gulden an Preußen zu zahlen – ein vergleichsweise geringer Betrag, wenn man berücksichtigt, dass etwa die Bürger der vormals Freien Stadt Frankfurt am Main eine ähnlich hohe Summe aufbringen mussten wie sein Königreich und zudem noch von Preußen annektiert wurden. Auch die Gebietsverluste blieben gering, es trat das Bezirksamt Gersfeld und den Landgerichtsbezirk Orb sowie Kaulsdorf ab. In Bayern machte man für die Niederlage vor allem die Minister und die militärische Führung verantwortlich, aber die bayerische Armee befand sich zu Kriegsbeginn in einem desolaten Zustand. Ausrüstung und Organisation waren seit Jahrzehnten vernachlässigt worden. Das lag auch am politischen Kurs seiner Monarchen. Im Rahmen des Schutz- und Trutzbündnisses unterstellte Bayern, wie die anderen süddeutschen Staaten, für den Bündnisfall seine Armee nun dem preußischen Oberbefehl. Dies schränkte Bayerns außenpolitischen Spielraum deutlich ein. Ludwig unternahm vom 10. November bis 10. Dezember 1866 in die Region Franken die einzige Bereisung seines Königreichs.
Quellen: de.wikipedia.org
Das Herzogtum Franken – erst kurz zuvor ein Teil Bayerns geworden und gerade in Erwägung einer Wiederabspaltung – war empört, dass es die ganze Last der Kämpfe in Bayern auf seinem Gebiet hatte tragen müssen. Der Besuch des Königs gewann die Franken wieder für Bayern, auch wenn Ludwig II. auf Grund seiner unentschiedenen Haltung bei dem deutsch-deutschen Konflikt einen Prestigeverlust erlitten hatte. In der Folge widmete er sich vor allem seinen romantischen Ideen und zog sich auf seine Schlösser zurück; von dort aus kommunizierte er mit der Regierung über Abgesandte.
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Unter Ludwig ging die Führung des Landes nun faktisch an den Ministerrat über. Ende 1866 wurde von der Pfordten durch Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst ersetzt, der zwar den preußischen Anspruch auf Hegemonie in der deutschen Politik unterstützte, aber den Beitritt Bayerns zum neuen Bundesstaat, dem Norddeutschen Bund, ablehnte. Entgegen verbreiteter Ansichten übte Ludwig seine Amtsgeschäfte trotz häufiger Abwesenheit von München fast bis zum Ende gewissenhaft aus. Der Kabinettssekretär sorgte für eine reibungslose Kommunikation zwischen dem König und den Ministern. Die Anfragen und Dokumente wurden von Ludwig oft mit Signaten (Anmerkungen und Empfehlungen) versehen. Ebenso schaltete er sich bei Ernennungen oder Gnadengesuchen ein. Er hatte bemerkenswerte Detailkenntnisse in der Wirtschaftspolitik und im Staatskirchenrecht. Auch die Gewerbefreiheit nach preußischem Vorbild mit freiem Niederlassungsrecht für die meisten Berufe ermöglichte Ludwig durch Unterzeichnung des Gewerbegesetzes 1868. Da die Gewerbefreiheit unabhängig vom Glaubensbekenntnis galt und Artikel 53 Gesetz über Heimat, Verehelichung und Aufenthalt (vgl. auch Heimatrecht) im gleichen Jahr die Zuzugsbeschränkungen für Juden aufhob, erhielten sie damit, gut ein Jahr nach Ludwigs Besuch der Fürther Synagoge Anfang Dezember 1866, ihre rechtliche Gleichstellung (vgl. Bayerisches Judenedikt von 1813), nachdem bereits Ludwigs Vater Maximilian II. ihnen 1848 das aktive und passive Wahlrecht zugestanden hatte. Ludwig II.
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setzte die Personalpolitik seiner Vorgänger fort, deren Handlungsspielraum in der konstitutionellen Monarchie eingeschränkt war. Es ging stets darum, die politischen Kräfte im Land zu neutralisieren und den Einfluss der Volksvertretung möglichst gering zu halten. Die Ministerien wurden von den bayerischen Königen grundsätzlich gegen die Mehrheitsverhältnisse im Landtag besetzt. Als in der Auswirkung des Krieges von 1866 die katholisch-konservative, anti-preußische Patriotenpartei die absolute Mehrheit in der Abgeordnetenkammer errang, berief König Ludwig II. nationalliberale und pro-preußische Minister. Mit seiner Minister-Politik konterkarierte er sogar die eigene politische Haltung, die derjenigen der bayerischen Patrioten näher stand. Wichtiger als die parlamentskonforme Besetzung der Regierung war dem König die Demonstration seiner Souveränität. Beim Besuch der Pariser Weltausstellung im Frühjahr 1867 traf sich Ludwig mit dem französischen Kaiser Napoleon III. und suchte dessen Unterstützung. Im Vorfeld des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 hatte der französische Kaiser jedoch dem preußischen Ministerpräsidenten Bismarck Neutralität zugesichert in der Hoffnung, bei einem Sieg Preußens die bayerische Pfalz, Rheinhessen, Saarbrücken und Saarlouis zu erhalten. Zum politischen Wirken Ludwigs sagte der Historiker Bernhard Löffler im Juli 2010 im Gespräch mit dem ZDF: „Zum einen hat sich da im Lauf der 1870er Jahre schon eine Wende angedeutet, die auf den Rückzug des Königs hinausläuft.
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